Sonntag, 28. November 2010







Die Krähen des Gunthers
von der Burg nebenan wärmen sich irgendwo, dafür kreischen ein paar Möwen über dem Eisenbach. Die Landschaft und die Kräuter sind schneebedeckt.
Drinnen in der Burg blättert die Königin bei wärmendem Green Tea mit Rosenblüten in der aktuellen ELLE INTERIOR, die ihr freundlicherweise Line sendete und versucht norwegisch zu verstehen. Sie findet darin ein ihr bekanntes, hoch geschätztes hamburger Künstlerpaar und ist ganz entzückt.

Und nun, spannt die Pferde vor! Gleich geht es los mit der ganzen Familie zur Feier in das Nachbarkönigreich in die Burg der Füchse an der blanken Nase. 
Fröhlichen 1. Advent!


Freitag, 26. November 2010





Ohh, seht: eine Eisprinzessin!
Sie schwebt im Schneegestöber leicht wie eine Feder über das Eis. Losgeschickt von Bambi hat sie im Geleit zwei winterliche, rosenumrankte Storyteller. Die Anderen beäugen diese erst recht neugierig. Dann ist das Eis gebrochen...nur metaphorisch, natürlich. "Macht mal ein bisschen Platz, rückt dichter zusammen, auf dass sie sich bei uns wohlfühlen!"
Sie sehen rosigen Zeiten entgegen und die Königin lächelt zufrieden.



Mittwoch, 24. November 2010







 
Die Königin seufzt.
Sie ist schon lange nicht mehr allein mit sich in der Burg an dem Eisenbach gewesen. Nun sind alle - der strahlende König, die erstgeborene Prinzessin, der 90 Minuten später geborene Prinz und die jüngste Prinzessin - in die weite und nahe Ferne geritten.
Nun, nachdem ein Regal einen neuen Platz bekommen hat, ist es an der Zeit, Teile der Bibliothek zu sortieren. Doch nach welchen Kriterien? Alphabetisch, nach Themen (Klassiker, Romane, Biographien etc.) oder Autoren, männliche und weibliche für sich, oder nach Farben? Nach Alter der Bücher oder Taschenbuch oder gebundenes Buch mit Schutzumschlag oder gar Libri mit Goldschnitt?
Heilige Madonna!
Die Königin gönnt sich eine Pause und lustwandelt die Ahnengalerie entlang bis zur Küche hin, wo silberne Rehe wispern: "Ohh, lieb' Königin, die Wäsche ist noch nicht zum Trocknen aufgehängt...und die jüngste Prinzessin sollte von der Schule abgeholt werden".
Ja, so ist es.

Freitag, 19. November 2010

 
 



 
Die Krähen des Gunthers von der Burg nebenan fliegen erschreckt von der Zinne. So laut ist das Bellen. Ist es eine Hundemeute auf der Jagd? Nein, es sind die große Prinzessin und ihr Zwillingsbruder-Prinz und die kleine Prinzessin. Sie sehen ganz friedlich aus, doch sie husten und schniefen so heftig, dass die Burgwände erzittern. Belladonna, zu Kügelchen geformt, Saft aus Spitzwegerich und Efeu, Thymian und Salbei, Eukalypthus und Lavendel...ja, Vitamin C und Zwiebeln sollen helfen...bald, schnell, bitte. 

Mittwoch, 17. November 2010






Eben noch wurde Hans Christian zu seinen Artgenossen ins eisfreie Winterrevier geleitet. Da sind sie entfernt, doch deutlich zu hören: die beiden jungen Mönche der Künstlerin Lili Nalovi aus dem duftenden nalovi-willert Schloss hinter den Rosen kichern! Die Königin freut sich darüber und ordnet lächelnd ihre Bibliothek neu, während die jüngste Prinzessin sich verschnupft Geschichten vorspielen lässt.

Ein Bote ist angekommen. Er hat Nachricht aus dem verschneiten Norden und aus dem sommerlichen Süden - der Süden auf der anderen Seite von Mutter Erde - gebracht. Und: da, seht! zwischen Chrysanthemen, Lilien und Jasmin taucht auch hier in der Burg am Eisenbach ein Porträt auf. Die Rosen formen ihr Innerstes zu Herzen, so berührt von dem Bildnis der Meisterinnen des Lichts,
wunderschön.


Samstag, 13. November 2010






Die Weitgereiste brachte aus dem fernen, nahen Kairo ein Amulett mit. Das löste eigene Erinnerungen aus, als der selbe Ort vor langer, kurzer Zeit aufgesucht wurde. Am Nil, im Nil, auf dem Nil wunderschöne, himmlische Gesänge, darüber der Himmel rosa Schäfchen gewölkt, dass man kurz davor war "Verweile doch! du bist so schön" auszurufen. Ein Reisetagebuch mit einem hübschen Band umschlungen, braucht nicht gelesen zu werden, so frisch und andauernd ist die Erinnerung. Mit diesem herzlichen Gefühl ist die Welt voller geputzter, wohlgesonnener Spiegel. Ein Grund zum Feiern, zum Jubelieren, mit klingendem Herzen!


Freitag, 12. November 2010






Sind das hübsche Zwiebeln! 
Die Gräfin von Eppenthorp brachte sie mir heute zu einem Wiedersehen mit. Wir haben der heimgekehrten Gräfin vom Alstertal einen Besuch abgestattet und zusammen einen leckeren Brunch eingenommen. Diese Weitgereiste wusste so viel Schönes zu berichten und wir lauschten andächtig.
  Kurz danach ist sogar noch Lord/Lady Orlando gesehen worden.

Die Zwiebeln wurden in die Burg an dem Eisenbach getragen und bei rasch schwindender Tageshelligkeit abgelichtet. Das Zwiebelthema als Hommage an die finnische Malerin geht weiter, Schicht um Schicht.


Donnerstag, 11. November 2010


 



Der Blick durch die Rosenhecke 
zeigt einen blauen Himmel, auf dem weiße Wolkenschafe dahin jagen. 
Die Möwen sind vom großen Fluss landeinwärts gekommen und kreisen nun über dem Eisenbach und weisen dem Heiligen Martin den Weg. Er kommt heute doch lieber zur Teatime in die Burg und teilt Schokoladengebäck mit uns, als von 'Carmen' vom Pferde gepustet 
zu werden. 
Wir zünden einfach drinnen unsere Lichter in den Laternen und Herzen an!


The view through the hedge from roses 
shows a blue sky, on it speeds white cloud-sheeps. The seagulls has come inland from the big River and circles over the Eisenbach and points Holy Martin the direction. Today he comes at teatime in the Castle and shares chocolate cookies with us before he is blown away of the horse from 'Carmen'.
We ignites within the house our lights in the lanterns and hearts!



Mittwoch, 10. November 2010



Es begab sich, als der strahlende König längst losgaloppiert war. Auch der Prinz war mit seiner Zwillingsschwester pünktlich zur Schule gerannt und etwas später brachte die Königin ihrerseits die jüngste Prinzessin nebst vergessenem Pausenbrot des Prinzen... zur selbigen.

Es war so trübes Wetter, dass selbst die Ziegen es vorzogen, im Stall ein wenig zu dösen.

Sie ist auf die Jagd gegangen, hat danach die Vorratskammern und die gute Perle Boscha gefüllt. Dabei ist es passiert: über den östlichen Trakt in der Burg am Eisenbach senkt sich: Stille... diese Stille... - jedoch... in dieser Stille hört die Königin ein Geräusch: ihr Magen knurrt. Rasch ist ein kleines Frühstück gezaubert und bei einer netten Lektüre lässt sie es sich so richtig schmecken.


Dienstag, 9. November 2010




Früh am Morgen gehe ich zur Quelle, halte Zwiesprache mit den edlen Damen und Herren aus dem Süden. Die Welt wandelt sich langsam vor meinen Augen von dunkler Majestät zu hellem Schein.


Es ist die Stunde, in der es möglich ist zu erkennen, dass Alles eins ist, unbegrenzt.  




Sonntag, 7. November 2010





Soeben flog Hans Christian schnaufend im Tiefflug über den Eisenbach. Das Geschenk der Königin hat sich mittlerweile zu einer wahren Pracht entwickelt.

In der Nacht ist mein König nach langer, beschwerlicher Reise in die Burg heimgekommen. Na, das war eine Wiedersehensfreude! Nun macht er mit Prinzessin und Prinz einen Ausritt durch den Park zur kleinen Konditorei und bringt uns ein paar Leckereien mit.


Samstag, 6. November 2010











Als der Morgen anbrach, fieberte die nächste Prinzessin... .
Die Sonne hat ihre Strahlen so verlockend durch die Vorhänge geschickt, dass ich nicht anders konnte als in der Küche sitzend eine kleine Reise zu machen. Ich habe meinen Prinzen die Pferde seiner Schwestern vorspannen lassen und bei einer Tasse vom grauen Earl habe ich Mark Rothko besucht. Die Reise geht weiter über den Königlichen Berg zu der Weberei auf die Insel des Prince Edward; ich süße mir den Tee mit einem indischen Löffel Zucker aus dem gelobten Land und mache einen längeren Halt auf Seeland. Kobenhavns Porcellains Maleri ist faszinierend! Mich fröstelt ein wenig und so wärme ich mich an den südfranzösischen Pinienzapfen der Senhora Da Nivame - bis mich ein 
"Mama...?" schnell wieder zurück bringt.


Freitag, 5. November 2010




Es hat geregnet. Drei Tage und Nächte hat es ununterbrochen geregnet. Die Tropfen schlugen hart auf frisch gefallene Blätter der Platanen. Die Siele waren verstopft und es haben sich Seen gebildet. Riesige Fontänen könnten einen mit einem Schwall durchnässen, wenn man nicht aufpasst und zu dicht an der Straße entlang läuft. Da ziehen wir uns gerne zurück in die Burg, schnippeln noch einen herzigen Apfel in die wärmende Kürbissuppe und empfangen im Kerzenschein liebe Gäste aus dem fernen Wald, wo man so gut klettern kann.

Des nächtens rüttelt ein Sturm an Türen und Fenstern und fegt die Regenwolken auseinander. Und es ward Licht! Die Sonne lässt sich wieder blicken und Eddie, die Krähe des Gunthers von der Burg nebenan, versteckt ein großes Stück Brot unter einem Haufen Blätter und fliegt laut krächzend davon. Er berichtet wohl seiner Frau Frieda und den beiden Jungen, die auf dem nun kahlen Baum sitzen, von dem Versteck.